🧠 Neuronale Netze

Grundlagen & Kernideen

Was ein neuronales Netz vom klassischen Algorithmus unterscheidet — und woher die Idee kommt.

Biologische Analogie

Künstliche neuronale Netze sind lose vom biologischen Neuron inspiriert. Auch wenn die Analogie auf Hardware-Ebene irreführend ist, hilft sie beim Verständnis der Grundstruktur:

Input

Dendriten

Verzweigte Ausläufer, die elektrische Signale von anderen Neuronen aufnehmen — das Pendant zu den Inputs eines künstlichen Neurons.

Verarbeitung

Soma

Der Zellkern, der die eingehenden Signale aufsummiert und entscheidet, ob das Neuron „feuert” — die gewichtete Summe + Aktivierung.

Output

Axon

Die lange Faser, die das Signal an die nächste Zelle weitergibt — der Output, der zum Input des nächsten Layers wird.

Repräsentationslernen

Die wahre Kraft tiefer Netze ist nicht die Approximation einer komplizierten Funktion — das könnten auch klassische Algorithmen. Es ist das Lernen von Repräsentationen: jede Schicht baut auf der vorigen auf und extrahiert komplexere Merkmale.

Erste Schicht

Niedrige Features

Bei Bildern: Kanten, Farbverläufe, einfache Texturen. Sehr lokale, allgemeine Merkmale, die jeder Datensatz teilt.

Tiefe Schichten

Hohe Features

Augen, Räder, Buchstabenformen — schließlich ganze Konzepte wie „Gesicht” oder „Hund”. Aufgaben-spezifisch, abstrakter.

Klassische ML: Du designst Features per Hand (z.B. HOG, SIFT für Bilder). Deep Learning: Das Netz findet die nützlichen Features selbst — vorausgesetzt, du hast genug Daten und Rechenleistung.

Schicht-Architektur

Ein neuronales Netz ist eine Verkettung von Schichten. Jede Schicht ist eine Sammlung von Neuronen, die parallel auf denselben Input zugreifen.

1

Input-Layer

Nimmt die Rohdaten entgegen (z.B. Pixelwerte, Wort-Embeddings). Keine Berechnung, nur Durchreichen.

2..n−1

Hidden Layers

Die eigentliche Verarbeitung. Anzahl und Größe sind Hyperparameter. Je tiefer, desto abstraktere Repräsentationen.

n

Output-Layer

Produziert die Vorhersage. Form hängt von der Aufgabe ab — eine Zahl bei Regression, Wahrscheinlichkeiten bei Klassifikation.